Vorsteuerabzug aus Aufwendungen für Bekleidung zur Überlassung an Vereine

Umsatzsteuer

Vorsteuerabzug aus der Anschaffung von Sportbekleidung für die spätere Überlassung an Vereine ist möglich.

Der Kläger Kurt betreibt eine Fahrschule. Er hatte Sportbekleidung mit dem Werbeaufdruck "Fahrschule Kurt" erworben. Er hat diese Kleidung verschiedenen Vereinen in der Region "unentgeltlich" zur Verfügung gestellt. Hierbei handelte es sich im Wesentlichen um Jugendmannschaften und eine Altherrenmannschaft. Aus der Anschaffung der Sportbekleidung hatte er die Vorsteuer gezogen. Im Rahmen einer Außenprüfung versagt das Finanzamt den Vorsteuerabzug. Ein Vorsteuerabzug aus den Rechnungen über die Anschaffung der Sportbekleidung mit Werbeaufdruck komme nicht in Betracht. Zwar könne in den Aufwendungen eine Werbewirkung zu sehen sein, es sei jedoch zu berücksichtigen, dass die Spiele der fraglichen Mannschaften vor allem solche im Jugendbereich betroffen hätten, die kaum Publikum anziehen würden. Daher läge keine nennenswerte Werbewirkung vor. Das Überlassen der Sportbekleidung sei deshalb dem ideellen Bereich zuzuordnen.

Das Niedersächsische Finanzgericht entschied jetzt: Ein Unternehmer, der Sportbekleidung mit Werbeaufdrucken für sein Unternehmen anschafft und Sportvereinen unentgeltlich zur Verfügung stellt, ist berechtigt die Vorsteuerbeträge aus den Anschaffungskosten gem. § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG abzuziehen. Kurt hat infolge der Überlassung der Trikots sonstige Leistungen gegen Entgelt erbracht, die steuerbar und steuerpflichtig sind, da er von den Sportvereinen Werbeleistungen im Gegenzug empfängt.

Fundstelle

Urteil des Niedersächsischen FG, 03.01.2022, 11 K 200/20

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