„Vermietung“ von virtuellem Land in einem Online-Spiel ist steuerpflichtig

Steuernachrichten

Umsätze, die im Rahmen eines Online-Spiels in einer virtuellen Realität, gegen rücktauschbares Spielgeld getätigt werden, sind umsatzsteuerpflichtig. Dies hat das Finanzgericht Köln entschieden.

Wissen Sie, was Ihre Kinder gerade spielen und ob hier eine Steuerpflicht entsteht? - In einer 3D-Weltensimulation gehen die Spieler verschiedenen Tätigkeiten nach. Sie können hierin Berufe ausüben und sich hierfür bezahlen lassen. Es können Waren gekauft oder verkauft werden. Und es können Wirtschaftsgüter gemietet oder vermietet werden. 

Urteilsfall:

Im Urteilsfall erwarb der Kläger im Rahmen eines Online-Spiels eine virtuelle Landfläche. Spielebetreiberin war ein US-Unternehmen. Dieses Land teilte er in kleinere Parzellen, die er anschließend gegen die Zahlung einer virtuellen Währung an Mitspieler verpachtete. 

Die angesammelten Umsätze in virtueller Währung tauschte er später zunächst in US-Dollar, dann in Euro um und ließ sich diese auszahlen.

Das Finanzamt ging davon aus, dass 70 Prozent der Umsätze im Inland ausgeführt wurden, und unterwarf diesen Teil der Vermietungseinnahmen der Umsatzsteuer. 

Das FG folge hier dem Finanzamt. Die Unternehmereigenschaft stand hier nicht in Frage. 

Tatsächlich liegt die Leistung des Klägers in dem individuellen Vorteil, den er seinen Kunden als Leistungsempfänger verschafft hat. Er kaufte eine Fläche, parzellierte diese und vermietete diese Parzellen weiter. Hierbei handelt es sich um eine sonstige Dienstleistung eigener Art. Unerheblich für diese Qualifizierung ist, dass es sich um eine Leistung im Rahmen der virtuellen Welt des Online-Games handelt. Schließlich waren die Kunden des Klägers bereit, ihm hierfür ein Entgelt in Form der virtuellen Währung zu zahlen.

Das FG Köln teilte nicht die Auffassung der Finanzverwaltung hinsichtlich der Ortsbestimmung, nach der es sich bei der Leistung des Klägers um eine auf elektronischem Weg erbrachte, sonstige Leistungen handeln sollte. 

Interessant dürfte hier noch einmal das Urteil des BFH werden.

Fundstelle:

FG Köln, Urteil vom 13.8.2019 - 8 K 1565/18
Revision anhängig BFH - Az.: V R 38/19

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