Unentgeltliche Mahlzeitengestellung an Flugpersonal

Einkommensteuer

Flugpersonal erhält oftmals Verpflegung während eines Fluges. In diesen Fällen könnte es sich grundsätzlich um einen Sachbezug bzw. um eine die Spesenkürzung auslösende Mahlzeitengestellung handeln.

Die Fluggesellschaft Easy stellte ihrem Flugpersonal sowohl auf Langstreckenflügen als auch auf Mittelstreckenflügen unentgeltlich Mahlzeiten zur Verfügung, und zwar immer dann, wenn die Flugzeit mehr als sechs Stunden betrug. Die Crew erhielt die gleichen Mahlzeiten wie die mitfliegenden Passagiere. Aus Sicherheitsgründen war es den Piloten und Co-Piloten gesetzlich vorgeschrieben, unterschiedliche Mahlzeiten einzunehmen. 

Der Lohnsteueraußenprüfer war der Auffassung, dass die unentgeltliche Gestellung der Mahlzeiten steuerpflichtiger Arbeitslohn sei. Bei der Verpflegung handelte es sich um Catering-Mahlzeiten, die mit einem entsprechenden Sachbezugswert anzusetzen sind. Die Fluggesellschaft war damit nicht einverstanden. Sie war der Auffassung, dass kein steuerpflichtiger Arbeitslohn vorlag. Nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhob die Fluggesellschaft Klage. 

Das Finanzgericht Düsseldorf entschied:

Bei der unentgeltlichen Mahlzeitengestellung sowohl an das Kabinenpersonal als auch an das Cockpitpersonal handele es sich nicht um Arbeitslohn. Allerdings nur insofern, als die Mahlzeiten auf Langstreckenflügen und Mittelstreckenflügen bei Flugzeiten von über sechs Stunden unentgeltlich überlassen wurden. Soweit in einzelnen Fällen das Kabinenpersonal nur eine einzelne Mittelstrecke geflogen ist, könne ein überwiegend eigenbetriebliches Interesse der Fluggesellschaft nicht angenommen werden und somit liegt steuerpflichtiger Arbeitslohn vor. 

Praxishinweis

Die für den Tag der Auswärtstätigkeit in Betracht kommende Verpflegungspauschale ist wegen der Mahlzeitengestellung durch den Arbeitgeber wie folgt zu kürzen: 

  • Um 20 % für ein Frühstück und 
  • um jeweils 40 % für ein Mittag- oder Abendessen. 

Bemessungsgrundlage für die prozentuale Kürzung ist die Tageshöchstpauschale i. H. v. 28 EUR. 

Fundstelle

Urteil des FG Düsseldorf, 13.08.2020, 14 K 2158/16

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