Steuerliche Abzugsfähigkeit von Brillen

Einkommensteuer

Absetzbarkeit der Kosten für eine Brille als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben.

Das Finanzgericht Berlin hat entschieden, dass der Werbungskosten- bzw. Betriebsausgabenabzug bzgl. Sehbrillen selbst dann ausscheidet, wenn die Brille ausschließlich beruflich getragen wird. Der BFH teilt diesen Standpunkt.

Die Anschaffung einer Brille als Sehhilfe fußt stets auf der höchstpersönlichen Sehschwäche, die generell gerade keinen beruflichen Bezug hat.

Praktikerwissen

Der Ansatz als außergewöhnliche Belastung dürfte in der Regel aber zulässig sein. Dem Kostenabzug steht nicht entgegen, dass es sich bei der Sehschwäche um eine im Alter häufiger auftretende Erscheinung handelt (z. B. Altersweitsichtigkeit). Dasselbe gilt bei der Einordnung von Sonnenbrillen.

Auch bei sog. Bildschirmplatzarbeitsbrillen, bei denen durch einen Blaufilter im Glas die Arbeit an einem Monitor erleichtert werden soll, schließt der BFH den Werbungskosten- bzw. Betriebsausgabenabzug kategorisch aus.

Bei Schutzbrillen kommt hingegen vorbehaltlos ein Werbungskostenabzug in Betracht. Die Übernahme der Kosten für Schutzbrillen durch den Arbeitgeber können unproblematisch und regelmäßig ohne lohnsteuerliche Folgen vom Arbeitgeber ersetzt werden. Möglicherweise sind Arbeitgeber mit Blick auf den Arbeitsschutz sogar zur Kostenübernahme verpflichtet. Auch Bildschirmarbeitsplatzbrillen können unter Umständen vom Arbeitgeber steuerfrei ersetzt werden. Hierzu ist allerdings eine Bescheinigung eines Arztes zur beruflichen Notwendigkeit der Spezialbrille erforderlich. Diese Bescheinigung muss vor Anschaffung der Brille ausgestellt worden sein.

Fundstelle

BFH-Urteil vom 20.07.2005, VI R 50/03

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