Sponsoringaufwendungen eines Freiberuflers als Betriebsausgaben

Einkommensteuer

Auch Freiberufler können Sponsoringaufwendungen als Betriebsausgaben abziehen. Für Außenstehende muss die Verbindung zum Sponsor und seinen Leistungen allerdings erkennbar sein.

Im Urteilsfall ist die Klägerin eine ärztliche Gemeinschaftspraxis in der Rechtsform einer GbR. Die Klägerin schloss mit Sportler Albert jährlich Sponsoring-Verträge ab, in denen sich Albert verpflichtete, mit dem Logo auf seiner Kleidung zu werben. Im Rahmen einer Betriebsprüfung vertrat das Finanzamt die Auffassung, dass die Aufwendungen nicht als Betriebsausgaben zu berücksichtigen sind.

Wie das Bundesverfassungsgericht bereits im Jahre 2000 entschieden hat, fällt auch die berufliche Außendarstellung von Angehörigen der freien Berufe einschließlich der Werbung für die Inanspruchnahme ihrer Dienstleistungen durch Sponsoring in den Bereich der durch Art 12 Abs. 1 GG  geschützten berufsbezogenen Tätigkeiten. Sponsoringmaßnahmen, die geeignet und dazu bestimmt sind, das Image des Freiberuflers im angesprochenen Adressatenkreis zu fördern und hier-durch das Vertrauen in seine Person und seine freiberuflichen Leistungen zu stärken, sind steuerlich anzuerkennen. 

Der BFH entschied jetzt:
Zu den Betriebsausgaben gehören auch Sponsoringaufwendungen eines Freiberuflers zur Förderung von Personen oder Organisationen in sportlichen, kulturellen oder ähnlichen gesellschaftlichen Bereichen. Voraussetzung ist, dass der Sponsor eigene wirtschaftliche Vorteile erstrebt. Ein Abzug der Sponsoringaufwendungen als Betriebsausgabe setzt also voraus, dass der Sponsoringempfänger öffentlichkeitswirksam auf das Sponsoring oder die Produkte bzw. Dienstleistungen des Sponsors hinweist und hierdurch für Außenstehende eine konkrete Verbindung zu dem Sponsor und seinen Leistungen erkennbar wird. Erfolgt das Sponsoring durch eine Freiberufler-Personengesellschaft, liegt der erforderliche hinreichende Zusammenhang zum Sponsor auch dann vor, wenn auf die freiberufliche Tätigkeit und Qualifikation der einzelnen Berufsträger hingewiesen wird.

Fundstelle

BFH-Urteil v. 14.07.2020, VIII R28/17, DStR 2020, 2410

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