Private Stromkosten eines betrieblichen Elektrofahrzeugs/Hybridelektrofahrzeugs

Haas - Steuernachrichten

Die steuerliche Förderung der Elektromobilität in Deutschland ist ein erklärtes politisches Ziel, die deswegen auch mit vielen steuerlichen Vorteilen angepriesen wird. Das aktuelle Urteil beschäftigt sich mit der Frage, wie der betriebliche Anteil an den privaten Stromkosten ermittelt wird.

Wird ein Betriebs-Pkw (auch) an der privaten Steckdose aufgeladen, stellt der betriebliche Nutzungsanteil des Stroms (Strompreis und anteiliger Grundpreis) eine Betriebsausgabe dar. Der betriebliche Nutzungsanteil am privaten Stromverbrauch kann grundsätzlich mit Hilfe eines gesonderten Stromzählers (stationär oder mobil) nachgewiesen werden. Aufzeichnungen für einen repräsentativen Zeitraum von drei Monaten werden als ausreichend angesehen. Auch eine Schätzung ist möglich. Aus Vereinfachungsgründen kann der betriebliche Nutzungsanteil am privaten Stromverbrauch hierbei mit den lohnsteuerlichen Pauschalen angesetzt werden. Zur Differenzierung der maßgebenden Pauschale ist anstelle der zusätzlichen Lademöglichkeit beim Arbeitgeber auf die zusätzliche Lademöglichkeit in der Betriebsstätte abzustellen.

Danach ergeben sich folgende Konstellationen:

  • Unternehmer lädt zu Hause, trägt Stromkosten zunächst privat und hat gesonderten Stromzähler installiert 
    => tatsächlicher Betriebsausgabenabzug.
  • Unternehmer lädt zu Hause, trägt Stromkosten zunächst privat und hat keinen gesonderten Stromzähler installiert 
    => pauschaler Betriebsausgabenabzug im Wege einer sachgerechten Schätzung.
  • Unternehmer lädt zu Hause, trägt Stromkosten zunächst privat und hat keinen gesonderten Stromzähler installiert 
    => pauschaler monatlicher Betriebsausgabenabzug von netto 10 EUR (Hybrid) bzw. 20 EUR (Elektro) nach Maßgabe des BMF-Schreibens vom 26.10.2017, IV C 5 - S 2334/14/10002-06, a. a. O.

Hinweis:
Umsatzsteuerlich kann aus der Aufwandseinlage Vorsteuerabzug geltend gemacht werden, wenn der Unternehmer Leistungsempfänger für die insoweit betriebliche Stromlieferung und unter der privaten Anschrift auch postalisch erreichbar ist. Daher können grundsätzlich vorsteuerabzugsberechtigte Einzelunternehmer Vorsteuer aus den Stromkosten geltend machen. Personengesellschaften oder Kapitalgesellschaften als Leistungsempfänger haben dagegen keinen Vorsteuerabzug, da sie nicht Leistungsempfänger der Stromlieferung sind.

Fundstelle

Erlass des FM Mecklenburg-Vorpommern, 03.03.2020, I V 301 - S 2130 - 00000 - 2019/002, DStR 2020, 1440 

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