Keine Steuerermäßigung für Statiker

Einkommensteuer

Keine Steuerermäßigung gem. § 35a EStG für Berechnungen eines Statikers.

Bernd Brett wohnt allein in einem Einfamilienhaus, das er vor einigen Jahren günstig gekauft hat. Das Dach des Hauses wurde durch Holzpfosten getragen, die sich im Laufe der Zeit verdreht hatten. Außerdem bildeten sich zahlreiche tiefe Risse in der Holzstruktur. Die schadhaften Pfosten sollten von einem Handwerksbetrieb durch Stahlstützen ersetzt werden. Der Handwerksbetrieb hielt eine statische Berechnung vor Ausführung der Arbeiten für unbedingt erforderlich, diese Berechnung wurde von einem Statiker durchgeführt. Bernd hat die Steuerermäßigung gem. § 35a EStG für die Handwerkerleistung (Dachstützentausch) und für die Leistung des Statikers beantragt. Das Finanzamt hat die Steuerermäßigung für die Arbeitsleistung des Statikers nicht gewährt.

Für die statischen Berechnungen eines Statikers ist die Steuerermäßigung gem. § 35a EStG nicht zu gewähren, entschied jetzt der BFH. Die Steuerermäßigung für die Arbeitsleistung des Statikers kann nicht gewährt werden, weil ein Statiker grundsätzlich nicht handwerklich tätig ist. Er erbringt ausschließlich Leistungen im Bereich der Planung und rechnerischen Überprüfung von Bauwerken. Auch auf die Erforderlichkeit der statischen Berechnung für die Durchführung der Handwerkerleistungen kann die Steuerermäßigung nicht gestützt werden. Denn die Leistungen des Handwerkers und diejenige des Statikers sind für die Gewährung der Steuerermäßigung getrennt zu betrachten. Allein die sachliche Verzahnung beider Gewerke führt nicht zu einer Umqualifizierung der statischen Berechnung in eine Handwerksleistung.

Fundstelle

BFH-Urteil, 04.11.2021, VI R 29/19

 

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