Homeoffice-Pauschale

Haas - Steuernachrichten

Sie ist in aller Munde - die Homeoffice-Pauschale. Aber welchen Arbeitnehmern bringt sie überhaupt etwas?

Corona-bedingt ist Homeoffice im letzten Jahr extrem in den Fokus gerückt. Wer von zu Hause arbeiten musste und die Voraussetzungen für ein Arbeitszimmer erfüllt, kann die Kosten dafür natürlich auch weiterhin als Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung 2020 geltend machen. Insbesondere an der Voraussetzung, dass ein separater Raum vorliegen muss, der ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt wird, scheitern allerdings schon viele Arbeitnehmer. Viele Menschen mussten im letzten Jahr in ihrer Wohnung auf einmal den Küchentisch oder das Wohnzimmer zum Arbeitszimmer umfunktionieren. Doch was dann mit den zusätzlich entstandenen Kosten? Im Jahressteuergesetz 2020 wurde die Homeoffice-Pauschale beschlossen. Sind die Bedingungen für ein häusliches Arbeitszimmer also nicht erfüllt, kann der Steuerpflichtige pauschal einen Betrag von 5,00 EUR pro Homeoffice-Tag - max. 600,00 EUR pro Kalenderjahr - als Werbungskosten von den Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit abziehen. Als Homeoffice-Tag gelten Tage, an denen der Arbeitnehmer seine gesamte betriebliche oder berufliche Tätigkeit ausschließlich in der eigenen Wohnung ausgeübt hat. Die Pauschale soll in den Einkommensteuererklärungen 2020 und 2021 gewährt werden. 

Was grundsätzlich erst einmal toll klingt, hat einen Haken. Von den Einnahmen aus einem Angestelltenverhältnis wird grundsätzlich der Arbeitnehmerpauschbetrag in Höhe von 1.000 EUR abgezogen. Erst, wenn man also Werbungskosten, inkl. der Homeoffice Pauschale von über 1.000 EUR nachweisen kann, wirken sich die Kosten steuerlich aus. Da viele Arbeitnehmer im Jahr 2020 aufgrund von Homeoffice deutlich weniger Fahrtkosten hatten, kann es passieren, dass die Homeoffice-Pauschale ins Leere läuft. Grundsätzlich sollten auf jeden Fall alle Belege für z. B. auch Arbeitsmittel (z. B. Headset oder Webcam) gesammelt werden, um insgesamt vielleicht über die 1.000 EUR zu kommen.

Fundstelle

Jahressteuergesetz 2020

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