Hinzurechnung von Aufwendungen für Messestellplätze

Steuernachrichten

Fallen Mietzahlungen für Messestellplätze unter die Hinzurechnung des § 8 Nr. 1 Buchstabe e GewStG?

§ 8 Nr. 1 Buchstabe e GewStG 

Dem Gewinn aus Gewerbebetrieb (§ 7) werden folgende Beträge wieder hinzugerechnet, soweit sie bei der Ermittlung des Gewinns abgesetzt worden sind: 
1. Ein Viertel der Summe aus [...] 
e) der Hälfte der Miet- und Pachtzinsen (einschließlich Leasingraten) für die Benutzung der unbeweglichen Wirtschaftsgüter des Anlagevermö-gens, die im Eigentum eines anderen stehen, [...] soweit die Summe den Betrag von 100000 Euro [ab 2020: 200000 Euro] übersteigt
.“

Die Fair-GmbH stellt Produkte her und vertreibt sie durch ein stehendes Händlernetz. Sie mietete auf verschiedenen turnusmäßig stattfindenden Messen Ausstellungsflächen an und präsentierte dort ihre Produkte. Das Finanzamt rechnete die hierauf entfallenden Aufwendungen anteilig nach Maßgabe des § 8 Nr. 1 Buchstabe e GewStG dem Gewerbeertrag hinzu, da die Flächen dem fiktiven Anlagevermögen zuzuordnen seien. Dem trat die Fair-GmbH mit dem Einwand entgegen, dass die Flächen für ihre Tätigkeit nicht betriebsnotwendig seien. So sah es jetzt auch das Finanzgericht Münster. Mietzahlungen für die Anmietung von Messestellplätzen durch eine Produktionsgesellschaft, deren Geschäftsgegenstand es nicht gebietet, permanent Messestände vorzuhalten, um ihrer Tätigkeit wirtschaftlich erfolgreich nachgehen zu können, sind keine Mietaufwendungen für fiktives Anlagevermögen und unterliegen nicht der Hinzurechnung nach § 8 Nr. 1 Buchstabe e GewStG. Das Finanzgericht hatte eine Revi-sion nicht zugelassen. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist beim BFH unter dem Az. III B 83/20 anhängig.

Fundstelle

Urteil des FG Münster, 09.06.2020, 9 K 1816/18 G, Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt, Az. des BFH III B 83/20

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