Abzugsfähigkeit und Buchung von Corona-Tests

Bilanzsteuerrecht

Testangebotspflicht für Unternehmer. Wie sind die Kosten dafür steuerlich zu erfassen und zu buchen?

Die Dritte Verordnung zur Änderung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung, in Kraft getreten am 23.04.2021, sieht eine Testangebotspflicht für Unternehmen vor. Mindestens zwei Tests pro Kalenderwoche je Beschäftigten müssen vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden. Doch wie sind die Kosten für die Testangebotspflicht steuerlich zu erfassen und zu buchen?

Eine Regelung darüber, wer die Aufwendungen für die Beschaffung der Corona-Tests trägt, ergibt sich im Wesentlichen aus dem Arbeitsschutzgesetz. Hierin ist verankert, dass der Arbeitgeber die Kosten für die Maßnahmen zu tragen hat und diese Aufwendungen nicht den Arbeitnehmern weiterberechnen  darf.  Für den Unternehmer handelt es sich bei der Übernahme der Tests um Betriebsausgaben gem. § 4 Abs. 4 EStG, da hier ein überwiegend eigenbetriebliches Interesse seitens des Unternehmers unterstellt wird. Dies gilt aus ertragsteuerlicher als auch aus umsatzsteuerlicher Sicht. 

Möchte sich der Arbeitnehmer rein vorsorglich testen lassen und übernimmt der Arbeitgeber hierfür die Kosten, liegt grundsätzlich Arbeitslohn vor. Allerdings greift in diesem Fall  H 19.3 LStH. Maßnahmen des Arbeitsgebers zur Vorbeugung spezifischer berufsbedingter Beeinträchtigungen der Gesundheit, sind nicht als Arbeitslohn anzusehen, wenn die Notwendigkeit der Maßnahmen zur Verhinderung krankheitsbedingter Arbeitsausfälle durch Auskünfte des medizinischen Dienstes einer Krankenkasse bzw. Berufsgenossenschaft oder durch Sachverständigengutachten bestätigt wird. Beugt der Arbeitgeber also einer spezifisch berufsbedingten Beeinträchtigung der Gesundheit des Arbeitnehmers vor oder wirkt ihr entgegen, liegt kein Arbeitslohn vor. Dies ist auf vorsorglich durchgeführte Corona-Tests aus unserer Sicht ebenfalls anwendbar, unabhängig davon, ob sich der Arbeitnehmer aus privaten oder beruflichen Gründen testen lassen möchte. 

Erstattet der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer anlässlich einer Dienstreise die Aufwendungen für einen Corona-Test, handelt es sich ebenfalls um steuerfrei erstattete Reisenebenkosten gem. § 3 Nr. 16 EStG.

Fundstelle

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung, 23.04.2021, www.bmas.de

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